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Mit einer neuen und Ende der 1980er Jahre einzigartigen österreichischen Initiative, wurden in den damals noch kommunistischen Staaten Mittel-, Ost- und Südosteuropas Österreich-Bibliotheken eingerichtet. Es war dies eine Initiative der Kulturpolitischen Sektion des Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres (BMeiA), die - noch vor der politischen Wende - Weitblick erkennen ließ. Dr. Bernhard Stillfried, ehemaliger Sektionsleiter und Berater des damaligen Außenministers Dr. Alois Mock, baute auf dessen Wunsch seit 1989 in den Ländern des ehemaligen Ostblocks ein Programm für Deutsch-Lektoren (und österreichische Literaturgeschichte, zur Verbreitung des österreichischen Deutsch) an den Österreich-Bibliotheken auf. Ebenfalls auf Wunsch Dr. Mocks übernahm Dr. Stillfried 1993 ehrenamtlich die Geschäftsführung der neu gegründeten Österreich-Kooperation, die bei der Betreuung der Österreich-Bibliotheken mitwirkte.

Die erste Bibliothek wurde bereits 1986 als österreichischer Leseraum in Kraków / Krakau eingerichtet. Seither wurden insgesamt 65 Österreich-Bibliotheken gegründet, die bisher letzte wurde in Zagreb (Kroatien) eingerichtet.

Die Österreich-Bibliotheken befinden sich heute in 28 Staaten und ermöglichen bzw. erleichtern einer wachsenden Zahl von Interessenten den Zugang zu Literatur, Wissenschaft und Informationen aus Österreich. Darüber hinaus leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Verbreitung der deutschen Sprache. Bibliotheksstandorte sind vor allem Universitätsstädte der Reformstaaten; Partner sind sowohl Universitäten als auch Bibliotheken. Die Österreich-Bibliotheken sind öffentlich zugänglich und ihre Nutzung ist für die LeserInnen kostenlos. Die kulturpolitische Sektion des Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres betreut, unterstützt durch die österreichischen Botschaften und Kulturforen am Ort, die Bibliotheken, deren Tätigkeitsbereich im Lauf der Jahre auf vielfältige Weise gewachsen ist.

An vielen Standorten werden die Österreich-Bibliotheken von österreichischen LektorInnen mitbetreut, die von der OeAD-GmbH in die Gastländer entsandt werden. 

Die Österreich-Bibliotheken werden vor allem von Personen besucht, die als Lehrende im Fachbereich Germanistik tätig sind, die selbst die deutsche Sprache erlernen oder sich im wissenschaftlichen Kontext mit Österreich beschäftigen. An vielen Schulen und Universitäten der Bibliotheksstandorte werden österreichische Bücher von den Lehrenden in den Lehrbetrieb einbezogen; die Bibliotheksbestände werden ebenso von SchülerInnen und von Studierenden genutzt. Über diese Zielgruppen hinaus werden aber auch andere LeserInnen erreicht und an den einzelnen Bibliotheken deren Bedürfnissen entsprochen; wo es deutschsprachige Minderheiten gibt, findet beispielsweise österreichische Jugendliteratur einen besonderen Anklang. Schließlich stellen die Österreich-Bibliotheken für die Tätigkeit der österreichischen LektorInnen im Ausland eine wichtige Ressource dar; die LektorInnen sind wiederum sehr oft in die Tätigkeit der Bibliotheken eingebunden.

In vielen Ländern mit Österreich-Bibliotheken waren deutschsprachige SchriftstellerInnen und KünstlerInnen beheimatet, die entweder innerhalb der ehemaligen Habsburgermonarchie lebten oder zu einer deutschsprachigen Minderheit gehörten. Da sie eng mit Österreich verbunden waren, haben diese Orte auch heute noch besondere Berührungspunkte zur Kultur unseres Landes. WissenschaftlerInnen befassen sich - unter Nutzung der österreichischen Bibliotheksmaterialien - beispielsweise in Bulgarien mit Elias Canetti, in Rumänien mit Nikolaus Lenau und in Kroatien mit Roda Roda. Es werden jährlich Bibliotheksstipendien in Form von vierwöchigen Aufenthalten in Österreich zur Verfügung gestellt, die nicht nur von MitarbeiterInnen der einzelnen Bibliotheken, sondern auch von Lehrenden und von Studierenden, die in engem Kontakt mit den Österreich-Bibliotheken stehen, in Anspruch genommen werden können.

Das große Interesse an österreichischer Kultur motiviert die LeiterInnen der Bibliotheken zu verschiedenen zusätzlichen Aktivitäten. So werden beispielsweise Lesungen österreichischer AutorInnen, Vorträge (auch) österreichischer WissenschaftlerInnen, Buchpräsentationen und deutschsprachige Filmabende veranstaltet. Einzelne Bibliotheken (Minsk, Veliko Tarnovo, Wroclaw, Cluj-Napoca, Temeswar, Niznyj Novgorod und St. Petersburg) veröffentlichen eigene Schriftreihen. Dort, wo die Räumlichkeiten es gestatten, finden Ausstellungen, Konzerte, und Symposien statt. Einige Zentren organisieren auch Österreich-Tage, Sprachkurse oder betreiben in Verbindung mit der Bibliothek ein kleines Kaffeehaus, das nicht nur eine österreichische Atmosphäre vermitteln soll, sondern auch die Finanzierung von kulturellen Aktivitäten ermöglicht.

Der Geschichte der Bibliotheken widmete Magda Strebl folgenden Beitrag:
"Österreich-Bibliotheken" - Eine der kulturpolitischen Initiativen Österreichs im neuen Europa (1999)
Begrüßung anläßlich der Eröffnung des 25. Seminars für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Österreich-Bibliotheken

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