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Goten - Tagung
Art der Veranstaltung:  Tagung
Datum:  23. November 2007
Ort:  Fakultät für klassische und neue Philologien der St.-Kliment-Ochridski-Universität

Résümé:
Mitteilung über die internationale Tagung "Das Schrifttum der Goten und die interkulturellen Beziehungen in der späten Antike", die in der Österreich-Bibliothek "Dr. Wolfgang Kraus" Sofia stattgefunden hat. Ein Ereignis in der Österreich-Bibliothek "Dr. Wolfgang Kraus" an der Fakultät für klassische und neue Philologien der St.-Kliment-Ochridski-Universität, das zu erwähnen wäre, war die vom 23. bis zum 25. November 2007 durchgeführte Tagung zum Thema "Das Schrifttum der Goten und die interkulturellen Beziehungen in der späten Antike". Initiator war die Assoziation "Balkanmedia" mit ihrer Zweigstelle "Haus Wulfila" in der Person deren Direktors Dr. Rosen Milev. Weitere Mitveranstalter waren die schwedische Botschaft und das Nationale Archäologische Institut mit Museum. Die Veranstaltungen über die Problematik der Goten finden bereits in Tradition im Rahmen der Österreich-Bibliothek statt; denn sie begannen am 4. Oktober 2002 mit dem Workshop zum Thema "Die Goten auf heutigem bulgarischen Boden", in welchen der Plenarvortrag des österreichischen Gelehrten Prof. Dr. Herwig Wolfram einführte. Ihm folgten am 14. Februar 2005 das Kolloquium zum Thema "Die Kultur der Goten in Bulgarien" mit den Teilnehmern Dr. Ulf Erik Hagberg und Dr. Lars Munkhammer von der Universität Upsala und am 8. November 2005 der Vortrag von Univ.-Doz. Dr. Andreas Kaliff über "Die Goten in der europäischen Geschichte". Die Eröffnung der Tagung fand im "Nationalen Archäologischen Institut mit Museum" statt, verbunden mit der Präsentation einer Kopie des Codex argenteus, der sogenannten "Silbernen Bibel" der Goten, die von der schwedischen Regierung Bulgarien als Geschenk überreicht wurde. Wie bekannt, übersetzte Wulfila um die Mitte des 4. Jahrhunderts in Nikopolis ad Istrum auf heutigem bulgarischen Boden, nicht weit von Veliko Tarnovo, die Bibel ins Gotische, deren Abschrift vom 5. Jahrhundert als Codex argenteus in der Universitätsbibliothek in Upsala bewahrt wird. Nikopolis ad Istrum wurde vom aus Österreich-Ungarn stammenden Reisenden Felix Kanic im 19. Jahrhundert entdeckt. Die Eröffnung der Tagung wurde begleitet von einer Ausstellung neu erschlossener gotischer Spuren in Bulgarien, wie Fibeln, Münzen, goldene Kreuze, Keramik u. a. Neben bulgarischen Wissenschaftlern nahmen an der Tagung Spezialisten aus Schweden, Spanien und Ägypten teil. Über ein reiches archäologisches Inventar ausgegraben mit der Freilegung einer von den Goten erbauten Festung beim Dorf Sadovec sprach die Archäologin Katja Melamed. Eine Reihe von Vorträgen, wie z. B. von Univ.-Doz. Dr. Pavel Georgiev, betraf die Präsenz der Goten im Bulgarien des Mittelalters. Während Prof. Dr. Ivan Dobrev gotische Spuren im mittelalterlichen bulgarischen Christentum feststellt, regestriert sie Prof. Dr. Aksinija Dzurova im bulgarischen orthodoxen Kalender. Über die Rolle des Codex argenteus im europäischen Kulturgedächtnis sprach der erwähnte Dr. Lars Munkhammer. Der erste arabische Gotenforscher Ass. Karim Abdelghany von der Universität Mansuara (Ägypten) deckte die Präsenz der Goten im spätantiken Ägypten sowie die Kulturbeziehungen zwischen der koptischen und gotischen Welt auf. Über die frühen Begegnungen zwischen der buddhistischen und christlichen Kultur, untermauert von den globalen transnationalen Verhältnissen innerhalb der euroasiatischen Ethnien referierte Prof. Dr. Alexander Fedotov. Prof. Dr. Ivan Marazov berichtete im Kontext der Gothenproblematik über die verschiedenen Etappen in den balkan-skandinavischen interkulturellen Beziehungen. Prof. Dr. Vasilka Gerasimova hob die Mannigfaltigkeit auf heutigem bulgarischen Boden hervor und wies auf die Entwicklung in intensiver Wechselbeziehung der verschiedenen Schriftsysteme seit dem frühesten Altertum hin. In diesem Zusammenhang legte Dr. Rosen Milev seine These von der globalen Ausdehnung des Schrifttums im 4. Jahrhundert und seine Idee von der Gründung eines Weltmuseums des Schrifttums dar; letzteres wird nun auf übernationaler Ebene besprochen. Die genannten Initiativen in europäischen Ausmaßen, das verschiedene Nationalkulturen verbindende Erbe der Goten zu untersuchen, werden vom bevorstehenden Auftritt des bedeutenden österreichischen Forschers Prof. Dr. Herwig Wolfram umrahmt; in der nächsten Zeit steht die Präsentation seines Buches "Die Goten" in bulgarischer Übersetzung bevor. Emilia Staitscheva


 
Email: sofia@oesterreich-bibliotheken.at

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